Die Aufgaben hier stammen aus der offenen Lichess-Datenbank: rund 5,9 Millionen Stellungen aus gespielten Partien, jede mit eigener Wertung und eigenen Themen. Such dir ein Thema aus, etwa Matt in 2 oder die Gabel, und fang an. Deine Wertung wird mit Glicko-2 berechnet und ändert sich nach jeder Aufgabe.
Was eine Schachaufgabe ist
Eine Stellung aus einer gespielten Partie, in der eine Seite eine erzwungene Zugfolge hat: Sie gewinnt Material oder setzt matt. Du sollst die Züge dieser Lösung finden.
Die Datenbank steht unter CC0, und jede Stellung darin stand in einer Lichess-Partie tatsächlich auf dem Brett.
Themen der Schachaufgaben
Jede Aufgabe in der Lichess-Datenbank ist einem oder mehreren Themen zugeordnet, insgesamt sind es über 60. Wer ein Thema am Stück löst, trainiert ein Motiv.
Matt in N
Matt in 1, 2, 3, 4 und 5. „Matt in 2“ heißt: zwei eigene Züge und eine Antwort des Gegners dazwischen.
Je länger das Matt, desto mehr Verteidigungszüge musst du prüfen. Bei den längeren Aufgaben übersieht man leicht einen stillen Verteidigungszug gleich nach dem ersten Zug.
Taktische Motive
Die bekanntesten:
- Gabel – eine Figur greift zwei Ziele zugleich an
- Fesselung – eine Figur darf nicht wegziehen, weil hinter ihr eine wertvollere steht
- Spieß – wie eine Fesselung, nur steht die wertvollere Figur vorn und muss weichen
- Abzugsangriff – eine Figur zieht weg und öffnet die Linie für eine andere
- Ablenkung – ein Verteidiger wird von einem wichtigen Feld weggelockt
- Hinlenkung – eine Figur wird auf ein Feld gelockt, auf dem sie angegriffen oder gefesselt werden kann
- Zwischenzug – ein unerwarteter Zug mitten in einer Abtauschfolge
- Beseitigung des Verteidigers, Räumung, Röntgenangriff, Unterbrechung – und weitere Themen
Wer dreißig Gabel-Aufgaben hintereinander löst, erkennt die Gabel danach schneller. Gemischte Aufgaben halten dagegen die allgemeine Aufmerksamkeit wach.
Endspiele
Bauern-, Turm-, Damen-, Läufer- und Springerendspiele sind eigene Themen. Wer schon einmal ein gewonnenes Endspiel in Zeitnot verdorben hat, fängt am besten hier an.
Mattbilder mit Namen
Anastasia-Matt, arabisches Matt, ersticktes Matt, Grundreihenmatt, Boden-Matt, Epauletten-Matt und über ein Dutzend weitere. Ein solches Mattbild lernst du einmal und erkennst es danach in deinen eigenen Partien wieder.
Wie die Aufgabenwertung funktioniert
Jede Aufgabe hat ihre eigene Wertung, du auch. Löst du eine Aufgabe ohne Fehlzug und ohne Hinweis, steigt deine Wertung, und zwar umso mehr, je schwerer die Aufgabe war. Ein Fehlzug oder ein Hinweis senkt sie. Glicko-2 berücksichtigt wie auf Lichess außerdem, wie *sicher* das System dein Niveau schon kennt; die ersten Aufgaben bewegen die Wertung deshalb stärker. Während der ersten fünf Aufgaben wird sie kalibriert und noch nicht angezeigt.
Aufgabenwertung und Wertung am Brett sind zwei verschiedene Skalen: Bei einer Aufgabe weißt du von vornherein, dass es eine Taktik gibt. Aufgaben trainieren das Erkennen von Motiven, und das ist nur ein Teil des Spiels.
Wie man sich mit Aufgaben verbessert
Der häufigste Fehler ist Hast: Man rät einen Zug, und wenn er falsch ist, springt man zur nächsten Aufgabe. Besser so:
- Erst die Idee, dann die Prüfung. Sag dir vor dem Zug, was du siehst: „Gabel auf c7“. Dann rechne die Variante durch: Hält die Gabel? Kannst du die Idee nicht benennen, siehst du sie noch nicht.
- Geh jeden Fehlversuch noch einmal durch. War ein Zug falsch, kehr zur Stellung zurück, sieh dir die plausiblen Antworten des Gegners an und finde heraus, was richtig gewesen wäre.
- Wähle ein Thema und bleib dabei. Übersiehst du oft Gabeln, öffne das Thema „Gabel“ und löse so lange, bis du das Motiv auf den ersten Blick erkennst.
- Probier nicht herum. Eine Aufgabe trainiert das Rechnen. Wer Züge durchprobiert, bis einer passt, übt nichts.
Was der Aufgabenbereich bietet
- Über 60 Themen. Eines nach Wahl oder alle gemischt.
- Wertung nach Glicko-2. Sie ändert sich nach jeder Aufgabe. Das Training wählt Aufgaben in der Nähe deiner Wertung, du löst also etwa die Hälfte.
- Kein Tageslimit. Mit einem kostenlosen Konto löst du so viele Aufgaben, wie du willst.
- Thema erst nach der Lösung. Der Name soll das Motiv nicht verraten.
- Hinweis in zwei Stufen. Erst leuchtet die Figur auf, dann das Feld, auf das sie zieht. Nach einem falschen Zug zeigt dir Stockfish auf Wunsch, woran er scheitert.
- Pfeiltasten ← und →. Damit blätterst du durch die Züge der Lösung.
- Serie und Bestenliste. Ein Zähler hält fest, wie viele Aufgaben du am Stück löst, und die Bestenliste zeigt, wo du stehst.
So fängst du an
- Öffne /puzzles. Dort findest du die Aufgabe des Tages, die Themen, die Bestenliste und die Woodpecker-Zyklen. Die Aufgabe des Tages kannst du ohne Konto lösen.
- Melde dich an, wenn du trainieren oder ein Thema wählen willst, zum Beispiel die Gabel. Ein kostenloses Konto reicht, darin wird auch deine Wertung geführt.
- Löse, geh die Fehlversuche durch und nimm dir die nächste Aufgabe vor. Nach den ersten fünf Aufgaben siehst du deine Wertung.
Unterschied zu den Aufgaben bei Chess.com und Lichess
- Limit. Ein kostenloses Chess.com-Konto bekommt drei Aufgaben pro Tag. Hier gibt es kein Limit.
- Datenbank. Die Aufgaben sind dieselben wie auf Lichess. Dazu kommen hier die Woodpecker-Zyklen und mit Pro Aufgaben aus deinen eigenen Partien.
Weiterführend
- Partie-Auswertung – finde in deinen eigenen Partien die Momente, in denen du eine Taktik verpasst hast
- Kostenlose Schachanalyse – analysiere eine Partie von Chess.com, Lichess oder aus PGN
- Häufige Schachfehler – wiederkehrende Fehler, die Wertungspunkte kosten